Seit der Antike wurde die anatomische Nomenklatur entwickelt und weiterentwickelt. Diese hatte das Ziel, für jeden Körperteil eines Lebewesens einen Begriff zu definieren, den alle Fachkundigen dann verwenden. Als Grundlage hierfür wurde die lateinische Sprache genommen in Kombination mit der griechischen Sprache. Insgesamt wurden ungefähr 600 verschiedene Vokabeln verwendet, aus denen insgesamt 8.000 verschiedene anatomische Bezeichnungen entwickelt wurden. Bei diesen 600 Wörtern sind allein 400 Wörter Latein Vokabeln.
Die restlichen Wörter stammen also aus dem Griechischen, ungefähr 200. Egal ob eine Bezeichnung aber aus dem Griechischen oder aus dem Lateinischen kommt, wird diese nach den Regeln der lateinischen Sprache behandelt und dementsprechend erfolgt auch das Konjugieren nach der Latein Konjugation.
Das Ziel der anatomischen Nomenklatur wurde jedoch nicht ganz erreicht, denn es gibt für manche Körperteile mehrere Bezeichnungen. Des Weiteren werden mehrfach unterteilte Organe, Muskeln oder sonstige Teile des Körpers manchmal unterschiedlich aufgeteilt je nach Bezeichnung. Dass die lateinische Sprache als Grundlage für die anatomische Nomenklatur genommen wurde, ist durchaus einleuchtend, denn im Mittelalter war Latein die generelle Sprache an Universitäten. Des Weiteren hat Latein den Vorteil, dass es als tote Sprache, das heißt ohne Muttersprache, höchst wahrscheinlich nicht mehr weiterentwickelt wird.
Außerdem sind somit für alle Wissenschaftler die gleichen Voraussetzungen gegeben, da niemand diese Sprache als Muttersprache spricht. Allerdings wurde in jüngerer Zeit das medizinische Latein doch etwas verändert. Diese Veränderungen kommen daher, dass die Englische Sprache in der modernen Wissenschaft immer mehr dominant wird. Beispielsweise wurden in der modernen Schreibweise “oe” und “ae” einfach durch “e” ersetzt.