Deutsche Aussprache des Latein



Die Aussprache, die bei lateinischen Texten verwendet wird, die aber nicht mit der wissenschaftlich rekonstruierten lateinischen Aussprache und auch nicht mit dem Schullatein übereinstimmt, sondern wenn man beim Latein deutsche Ausspracheregeln benutzt, so spricht man von der deutschen Aussprache des Lateins. Ein Beispiel für eine solche Aussprache von Latein Vokabeln ist der Buchstabe c vor e, i, ae oder oe als “ts” anstatt als “k”. Im deutschen Sprachraum, aber auch im slawischen Sprachraum, war die deutsche Aussprache des Lateins lange die einzige. Bis zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wurde diese Aussprache auch beim Schullatein verwendet.

Doch seit dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts begann allmählich sich die Aussprache durchzusetzen, welche von Wissenschaftern rekonstruiert wurde. Seitdem wurde dann die deutsche Aussprache des Lateins immer seltener verwendet. Ganz in Vergessenheit geraten ist diese allerdings nicht. In der frühen Neuzeit wurde diese Art der Aussprache beispielsweise zum Singen von Vokalmusik, unter anderem bei Messen von Mozart, verwendet. Auch heute noch wird diese Aussprache für die lateinischen Elemente der Liturgie der katholischen Kirche verwendet.

Dagegen wird die deutsche Aussprache des Latein in Schule oder Universitäten im Unterricht nicht mehr angewandt. Bei der klassischen lateinischen Aussprache gibt es für die Verteilung von langen und kurzen Vokalen sehr komplexe Regeln. Diese Regeln sind bei der deutschen Aussprache des Lateins nicht gegeben. Hier gibt es lediglich Richtlinien. Eine dieser Richtlinie lautet, dass lange Vokale nur in betonten Silben stehen können. Steht ein Vokal vor einem Konsonanten, der doppelt vertreten ist, so wird der Vokal kurz ausgesprochen. Eine weitere dieser Richtlinien besagt, dass Vokale in offenen Silben immer lang ausgesprochen werden.

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