Küchenlatein ist ein Begriff, der ein schlechtes oder barbarisches Latein bezeichnet. Küchenlatein ist also ein spöttischer Latein Name. Die Übersetzung lateinisch für Küchenlatein lautet latinitas culinaria. Die Humanisten, geschult nach der klassischen Antike, bezeichneten als Küchenlatein das Latein der Mönche, das aus ihrer Sicht verderbt war. Diese Humanisten waren mit der Weiterentwicklung der lateinischen Sprache in der Spätantike nicht einverstanden, sie wollten sogar eine Rückkehr zum Latein Cicero oder zum Latein Caesar.
Aus heutiger Sicht kann man jedoch sagen, dass eine Weiterentwicklung völlig normal und natürlich ist. Das Latein hat sich seit dem siebten oder sechsten Jahrhundert vor Christus bis hin zum Latein in der heutigen Zeit ständig weiterentwickelt. Das Küchenlatein wurde auch gezielt eingesetzt, zum Beispiel bei Dichtungen mit einer bewussten komischen oder burlesken Stilrichtung. Eine solche Dichtung wird Makkaronische Dichtung genannt. Im Theater wurde auch bewusst oft das Küchenlatein mit dem modernen Latein gemischt. Dies ging bis ins 18. oder sogar 19. Jahrhundert. Des Weiteren fand das Küchenlatein Verwendung als eine imponierende Sprache mit ihren Fachwörtern, aber auch bei Zaubersprüchen oder um einer Rede etwas Besonderes, etwas Exotisches zu verleihen.
Heute wird mit Küchenlatein auch eine absichtlich falsche Verwendung von lateinischen Wörtern bezeichnet. Bei einer solchen Verwendung ergibt ein Satz dann nur einen Sinn, wenn beim Deutsch Latein Übersetzen jedes Wort einzeln übersetzt wird. Auch eine Verwendung von Latein, die im weiteren Sinn als Küchenlatein zu definieren ist, ist das Setzen von Zeichenfolgen, die wie Latein aussehen. Allerdings ergeben diese Wörter nur beim Vorlesen in einer modernen Sprache einen Sinn.