Latein: Aussprachearten
Das im Latein Unterricht gesprochene und gelernte Latein wird Schullatein genannt. Es gibt mehrere verschiedene Aussprachearten des Lateins. Beim Schullatein wird bei der Aussprache ein Kompromiss zwischen zwei verschiedenen Lateinaussprachen verwendet.
Die erste Lateinaussprache, die verwendet wird, ist die deutsche Aussprache des Lateinischen. Diese Aussprache beruht auf den Ausspracheregeln der deutschen Sprache. Charakteristisch für die deutsche Aussprache des Lateinischen ist, dass der Buchstabe “c” vor “e”, “i”, “ae” oder “oe” als ein [ts] ausgesprochen wird und nicht wie ein [k]. Die deutsche Aussprache war lange Zeit im deutschen Sprachraum der alleinige Standard und wurde bis zum Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts auch als Schulaussprache verwendet.
Doch seitdem begann sich eine andere Aussprache des Lateins immer mehr durchzusetzen. Und genau diese andere Aussprache ist die zweite Aussprache, auf der die im Latein Unterricht verwendete Aussprache beruht. Diese Aussprache ist die wissenschaftlich rekonstruierte Aussprache. Diese wurde von Linguisten rekonstruiert und ist genau die Aussprache, wie Latein zu Zeiten von Cicero oder Caesar von gebildeten Sprechern ausgesprochen wurde. Die Grundlagen der Aussprache des Schullatein decken im sich im Allgemeinen mit der deutschen Aussprache.
Die Vokale und Konsonanten werden deutlich voneinander getrennt ausgesprochen. Für die Betonung gibt es bestimmte Hauptregeln, welche unstrittig festgelegt sind und die beim Lesen genauestens beachtet werden müssen. Eine dieser Regeln ist die Festlegung, dass jedes Wort, das mehr als eine Silbe hat, einen Akzent bekommt. Beim Wort Akzent selber befindet sich beispielsweise der Akzent auf dem Vokal “e”. Eine weitere Regel ist, dass bei zweisilbigen Wörtern immer die vorletzte Silbe betont wird.