Latein lernen an verschiedenen Schulen



Im Mittelalter und auch noch danach gab es drei verschiedene Schularten in Deutschland. Die erste dieser Schularten war die sogenannte Winkelschule. Winkelschulen wurden auch Heckschulen genannt. In Norddeutschland gab es auch die Bezeichnung Klippschulen dafür.

Solche Schulen gab es seit dem späten Mittelalter in Deutschland und in den Niederlanden. Diese Schulen wurden privat organisiert und waren staatlich nicht anerkannt. Der Besuch an einer solchen Schule war kostenpflichtig. Der entsprechende Betrag konnte bar oder mit Naturalien bezahlt werden. Das Lehrpersonal hatte normalerweise keinerlei fachspezifische oder gar pädagogische Kenntnisse.

Deshalb wurden in diesen Winkelschulen Basiswissen durch Auswendiglernen gelehrt, zum Beispiel Grundkenntnisse in Lesen und Schreiben. Das Lernen einer Fremdsprache, beispielsweise Latein, war in einer solchen Schule nicht möglich. Dies war auch nicht in der zweiten Schulart möglich, die sogenannte deutsche Schule. Eine deutsche Schule war eine damalige öffentliche Schule, die also auch entsprechend staatlich anerkannt war.

Die Anwendung der Prügelstrafe war übrigens in beiden Schularten vorherrschend und auch akzeptiert. Die dritte Möglichkeit einer Schule im Mittelalter war die Lateinschule. Dort wurde vor allem in Latein unterrichtet. Mit dem Latein Unterricht sollten die Schüler auf einen geistlichen Beruf oder auf ein späteres Studium an einer Universität vorbereitet werden. Latein war in der damaligen Zeit die allgemeine Universitätssprache. Die Lateinschule bestand oft an einer Bischofskirche oder aber in einer städtischen Gemeinde. Nach der Verweltlichung des Kirchenguts, vor allem durch die Reformation, war eine Lateinschule auch als Fürstenschule oder als städtische Schule möglich. In dieser Zeit erhielt die Lateinschule auch weitere Bezeichnungen wie zum Beispiel Gelehrtenschule, Gymnasium oder Lyzeum. Während des 19. Jahrhunderts wurde die Lateinschule durch das Humanistische Gymnasium abgelöst.