Lateinische Sprache – Latein als tote Sprache



Die lateinische Sprache ist eine sogenannte indogermanische Sprache. Die Bewohner von Latium sprachen ursprünglich diese Sprache. Die Bewohner von Latium wurden Latiner genannt, das Zentrum von Latium war Rom. Heute spricht allerdings niemand mehr Latein als Muttersprache. Einzig die Vatikanstadt hat Latein als offizielle Amtssprache. Da Latein keine Muttersprachler mehr hat, sagt man, dass Latein eine tote Sprache ist.

Latein war auch die Amtssprache des Römischen Reichs. Das Römische Reich war das vom römischen Staat beherrschte Gebiet in der Zeit vom sechsten Jahrhundert vor Christus bis zum fünften Jahrhundert nach Christus. Da das Römische Reich sehr groß war, wurde dadurch Latein zur dominierenden Verkehrssprache im Gebiet um den westlichen Teil des Mittelmeers. Bis hin in die Neuzeit war Latein die führende Sprache in der Literatur, in der Wissenschaft, in der Politik und in der Kirche. Sehr viele bedeutende Wissenschaftler und Gelehrte haben ihre Werke in der lateinischen Sprache verfasst und veröffentlicht. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts war Latein darüber hinaus die Universitätssprache, das heißt alle Vorlesungen an einer Universität in Europa wurden auf Latein gehalten.

Viele Fremdwörter, Suffixe und Präfixe von Latein Vokabeln wurden in andere europäische Sprachen übernommen, zum Beispiel in das Deutsche und in das Englische. Die lateinische Sprache hatte verschiedene Epochen und Perioden, in denen sie immer wieder verändert wurde. Die erste Epoche trägt den Namen Frühlatein und dauerte bis ungefähr ins Jahr 240 vor Christus an. Darauf folgten die Epochen Altlatein, Klassisches Latein und Spätlatein. Während dem 9. und 15. Jahrhundert folgte die Epoche des Mittellateins. Die darauf folgenden zwei Jahrhunderte tragen den Namen Humanistisches Latein. Ab dem 17. Jahrhundert folgt die letzte Epoche, die bis heute andauert. Sie erhielt den Namen Neulatein.