Neulateinische Literatur



Die Literatur, die in der heutigen Zeit verfasst wird, wird als neulateinische Literatur bezeichnet. Doch nicht nur die zeitgenössische Literatur mit Standard Latein trägt diesen Namen, sondern auch Latein Texte, die ab dem Beginn der Neuzeit, also ab dem 14. Jahrhundert, verfasst wurden. Die Sprachform der neulateinischen Literatur ist meist an die Sprachform der sogenannten Goldenen Latinität angelehnt, welche im ersten Jahrhundert vor Christus verwendet wurde. Des Weiteren greift die neulateinische Literatur immer wieder bewusst auf Vorbilder aus der klassischen Antike zurück, welche in der römischen Literatur verwendet wurden.

Zur Zeit der Renaissance wurde das Universitätslatein als unelegant empfunden und die Humanisten orientierten sich wieder zu Klassikern der römischen Literatur, beispielsweise zum Latein Cicero. Die Renaissance war eine Wiedergeburt der klassischen lateinischen Sprache. Auch die Gelehrten gingen über zu dieser Sprache. Dies war zwischen 1520 und 1530. Allerdings verlor Latein im 17. Jahrhundert immer mehr an Boden, da die Nationalsprachen immer mehr erstarkten.

Beispielsweise war es im Jahre 1681 in Deutschland das erste Mal so weit, dass mehr Bücher auf Deutsch als auf Latein veröffentlicht wurden. Trotzdem hatte Latein weiterhin eine sehr große Bedeutung, gerade als Verständigungsmittel in den Wissenschaften. In einer Zeit, in der viele Entdeckungen gemacht wurden, veröffentlichten zum Beispiel mit Kopernikus, Kepler und Galilei in Latein 3 berühmte Wissenschaftler ihre neuen Erkenntnisse in der Astronomie. Auch Isaac Newton veröffentlichte 1687 noch ein berühmtes Werk in lateinisch. In der heutigen Zeit erscheint immer noch lateinische Literatur wie zum Beispiel Gedichte oder Zeitschriften. In Deutschland erscheinen jährlich mehrere lateinische Zeitschriften, auch der Vatikan gibt seit 1979 eine lateinische Zeitschrift mit aktuellen Nachrichten heraus.